Zur Geschichte

Im Jahr 1978 begann Karl Kneisner seine Konzeption eines niederschwelligen, multikulturellen Begegnungsraums für Integration - auch von Handicaps - zu entwickeln.

Im Zentrum sollte die Entwicklung und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen stehen, die in ihren Abhängigkeiten von den familiären und milieuseitigen Vernetzungen betrachtet wurde. Es sollten Angebote für Entwicklung, Weiterentwicklung und Rehabilitation bereitgestellt werden.

Bereits in dieser Zeit entstand das Logo, das den Zusammenhang von Autonomie und System abbildet.

Es erschien geeignet, ein generationsübergreifendes, "Familiengesundheit" förderndes und erhaltendes Konzept unter Betonung von Selbstorganisation und Eigenregulation zu realisieren. Als Praktischer Arzt gab es für Karl Kneisner berufsrechtlich immerhin die Möglichkeit, mit einem interdisziplinärem Team derartige Versorgungsangebote als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zu realisieren.

Zusätzlich musste der Verein Kinder- und Erwachsenenhilfe e.V. geschaffen werden, der als Träger für Selbsthilfeaktivitäten, multikulturelle Begegnungen und Begleitung von Integration fungierte. Über den Verein sollten auch solche therapeutischen Angebote wie Gruppenbetreuungen möglich werden, deren Kosten damals nicht von den Krankenkassen übernommen wurden. Für die Entwicklung polytechnischer Gestaltungskompetenzen sollten in einer entsprechend herzurichtenden Werkstatt die funktionellen Fertigkeiten der Handwerker und Handwerksmeister genutzt werden. Auch praktische Ernährungsberatung mit Kochkursen in einer Therapieküche sollten als Angebote über den Verein stattfinden.

1979 wurde dann im sozialen Brennpunkt Hamburg-Billstedt auf dem Gelände der ehemaligen Norddeutschen Möbelfabrik ein für den Abbruch vorgesehenes Wohnhaus mit mehreren Etagen grundsaniert, ein Verwaltungsgebäude sowie eine der Werkhallen um- und ausgebaut und damit den zukünftigen Bedürfnissen der geplanten Arztpraxis angepasst. So entstanden Räume mit ganz unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten.

Ab 1980 wurde die konzipierte Familienversorgung durchgeführt.

Nach wie vor findet man in dem verschachtelten Altbau
  • eine polytechnische Werkstatt und therapeutische Küche
  • eine Rhythmik- und Psychomotorikhalle
  • kunst-, tanz- und musiktherapeutische Räume
  • einen Bewegungsraum für heilpädagogische und psychotherapeutische Angebote
  • zahlreiche Untersuchungsräume und Behandlungsräume für Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie

Mitten drin liegt ein Innenhof mit Kletterwand und Sitznischen, in dem immer für Lebendigkeit gesorgt ist.

Bis Anfang 1996 fand eine generationsübergreifende Versorgung auf der Basis von Naturheilverfahren statt. Es wurden also neben den Kinder- und Jugendlichen auch deren Eltern und Großeltern, Tanten und Onkels oder Cousins und Cousinen betreut – je nach Migrationshintergrund und Kulturraum der Familien und Großfamilien.

Seit Beginn lag der Schwerpunkt in der entwicklungspädiatrischen, entwicklungsneurologischen und sozialpädiatrischen Betreuung. Daneben fand aber auch neurologische Rehabilitation von Erwachsenen statt sowie kinder- und jugendpsychiatrische, psychosomatische und sozialpsychiatrische Betreuung der Patienten.

Von Anfang an vollzog sich die Arbeit mit den Patienten und mit den Familien in einem interdisziplinären Team. Die Integration berufsbildübergreifender Aspekte galt immer als besondere Herausforderung und Bereicherung.

Jahrelang erfolgten Behandlungen zur Tonusregulation, Senso- und Psychomotorik durch das Institut Coburger in den Räumen der Legienstraße 8 & 8A.

Aber auch außerhalb der Legienstraße 8 & 8A war die Praxis aktiv. Vielen Kindern in der Umgebung der Praxis konnten Therapien in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld, wie z.B. in umliegenden Kindertagesstätten angeboten werden.

Ab 1996 wurde der bestehende Praxisschwerpunkt entwicklungs- und sozialpädiatrischer, entwicklungs­neurologischer und neuropädiatrischer Tätigkeit im Rahmen einer Ermächtigung der Einrichtung als Institut fortgeführt und weiterentwickelt.